Ökologische Urnen: Woraus werden sie hergestellt und welche Vorteile bieten sie?
Bei der Wahl einer Urne spielen heute nicht nur Aussehen und Material eine Rolle, sondern zunehmend auch die Frage, was nach der Beisetzung mit der Urne geschieht. Ökologische Urnen werden aus Materialien hergestellt, die im normalen Gebrauch formstabil sind und sich nach der Beisetzung unter geeigneten Bedingungen nach und nach biologisch abbauen.
Zu den bekanntesten Materialien für ihre Herstellung gehört ARBOFORM® – ein Werkstoff auf Basis von Lignin und Naturfasern, der modernes Design, Stabilität und biologische Abbaubarkeit miteinander verbindet.
Was ist ARBOFORM®?
ARBOFORM® ist ein moderner Werkstoff, der gelegentlich auch als „Flüssigholz“ bezeichnet wird. Ein wichtiger Bestandteil ist Lignin – ein natürlicher Stoff, der im Holz vorkommt und wesentlich zu dessen Festigkeit beiträgt.
Lignin fällt auch in größeren Mengen als Nebenprodukt bei der Zellstoff- und Papierherstellung an. Für ARBOFORM® wird es mit Naturfasern und weiteren Bestandteilen kombiniert. Daraus entsteht ein Granulat, das anschließend präzise weiterverarbeitet werden kann.
Dadurch lassen sich aus einem Werkstoff natürlichen Ursprungs Urnen mit glatten Oberflächen, aufwendigen Formen und unterschiedlichsten Dekoren herstellen.
Granulat zur Herstellung von Urnen aus einem Werkstoff natürlichen Ursprungs.
Wie entsteht eine ökologische Urne?
Ein Vorteil von ARBOFORM® besteht darin, dass sich der Werkstoff ähnlich wie thermoplastische Materialien verarbeiten lässt. Das Granulat wird während der Herstellung erwärmt und in die gewünschte Form gebracht. Nach dem Abkühlen erhält das fertige Produkt seine Festigkeit und Formstabilität.
Herstellung ökologischer Urnen aus ARBOFORM®.
Biologisch abbaubar bedeutet nicht, dass sich die Urne sofort auflöst
Der biologische Abbau beginnt erst in einer Umgebung, die dafür geeignete Bedingungen bietet – insbesondere durch den Kontakt mit Erde, Feuchtigkeit und Mikroorganismen.
Die Abbaudauer ist deshalb nicht bei jeder Urne gleich. Sie hängt vom jeweiligen Material, der Bodenbeschaffenheit, der Feuchtigkeit, der Temperatur und weiteren örtlichen Bedingungen ab.
In trockener Umgebung bleibt eine Natururne dagegen langfristig formstabil. Die biologische Abbaubarkeit steht daher einem normalen Transport, der Aufbahrung bei der Abschiedsfeier oder der Aufbewahrung der Urne in Innenräumen nicht entgegen.
Die wichtigsten Vorteile ökologischer Urnen
Biologische Abbaubarkeit
Das Material ist so konzipiert, dass es nach der Beisetzung nach und nach wieder in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden kann.
Stabile Konstruktion
Obwohl das Material biologisch abbaubar ist, bleibt die Urne bei normalem Gebrauch stabil und formbeständig.
Rohstoffe natürlichen Ursprungs
ARBOFORM® verwendet Lignin und Naturfasern und basiert damit nicht ausschließlich auf herkömmlichen Kunststoffen aus fossilen Rohstoffen.
Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten
Der Werkstoff lässt sich zu modernen ebenso wie zu klassischen Formen verarbeiten und mit unterschiedlichen Oberflächen, Motiven und Dekoren gestalten.

Ist eine ökologische Urne ausreichend stabil?
Ja. Biologische Abbaubarkeit und Stabilität schließen einander nicht aus. Der Werkstoff ist so ausgelegt, dass er im normalen Gebrauch seine Form behält und sich erst unter entsprechenden Bedingungen nach und nach abbaut.
Ökologische Urnen können deshalb problemlos transportiert, bei der Abschiedsfeier aufgestellt oder eine gewisse Zeit in trockener Umgebung aufbewahrt werden.
Nach der Beisetzung hängt die Geschwindigkeit des Abbaus vor allem von den örtlichen Bedingungen ab. Deshalb lässt sich keine einheitliche Zeitspanne nennen, die für jede Urne und jeden Beisetzungsort gleichermaßen gilt.
Eine ökologische Urne muss nicht „öko“ aussehen
Früher wurden ökologische Urnen häufig vor allem mit schlichten, naturbelassenen Modellen verbunden. Moderne Werkstoffe ermöglichen heute jedoch eine große gestalterische Vielfalt – von minimalistischen, einfarbigen Varianten über Naturmotive bis hin zu modernen Designkollektionen.
Ein ökologischer Werkstoff bedeutet daher keine Einschränkung bei der Gestaltung. Entscheidend können Form, Farbe oder Motiv sein, die am besten zur Persönlichkeit des verstorbenen Menschen passen.




