Allerseelen 2026: Datum, Bedeutung und Bräuche in Österreich
Aktualisiert: September 2026
Allerseelen 2026 fällt auf Montag, den 2. November. An diesem Tag erinnert die katholische Kirche an die Verstorbenen. In Österreich gehören dazu Friedhofsbesuche, Kerzen, Blumen am Grab und das gemeinsame Erinnern in der Familie. Viele Menschen besuchen die Gräber ihrer Angehörigen bereits am Vortag, zu Allerheiligen am 1. November.
Die beiden Tage liegen unmittelbar hintereinander, haben in der katholischen Tradition aber eine unterschiedliche Bedeutung. Und wenn ein Friedhofsbesuch gerade nicht möglich ist, können Sie auch an einem anderen Tag oder zu Hause an einen geliebten Menschen denken.

Inhalt
- Wann ist Allerseelen 2026 und ist der Tag arbeitsfrei?
- Was bedeutet Allerseelen?
- Allerseelen, Allerheiligen und Halloween: Was ist der Unterschied?
- Wie ist Allerseelen entstanden?
- Welche Bräuche gehören zu Allerheiligen und Allerseelen?
- Welche älteren Bräuche gibt es in Österreich?
- Wann ist ein guter Zeitpunkt für den Friedhofsbesuch?
- Wie können Sie sich erinnern, wenn Sie nicht zum Friedhof kommen?
Wann ist Allerseelen 2026 und ist der Tag arbeitsfrei?
Allerseelen ist jedes Jahr am 2. November. Das Datum bleibt gleich, nur der Wochentag ändert sich. Im Jahr 2026 ist es ein Montag. Allerheiligen fällt auf Sonntag, den 1. November. Für einen gemeinsamen Friedhofsbesuch bietet sich daher auch das Wochenende vom 31. Oktober bis 1. November an.
| Tag | Datum 2026 |
|---|---|
| Halloween | Samstag, 31. Oktober |
| Allerheiligen | Sonntag, 1. November |
| Allerseelen | Montag, 2. November |
Ist Allerseelen in Österreich ein gesetzlicher Feiertag?
Allerheiligen am 1. November ist in ganz Österreich ein gesetzlicher Feiertag. Allerseelen am 2. November ist keiner. Für Beschäftigte ergibt sich aus Allerseelen daher kein allgemeiner Anspruch auf einen freien Arbeitstag. Im Jahr 2026 fällt Allerheiligen auf einen Sonntag.
Für Schulen ist Allerseelen dennoch ein schulfreier Tag. Der österreichische Ferienkalender 2026/2027 führt den 2. November in allen Bundesländern als schulfrei an. Je nach Schulart sind abweichende Regelungen möglich, etwa bei Schulen im Tourismusbereich. Wenn Sie mit Kindern planen, lohnt sich deshalb ein Blick in den Kalender der eigenen Schule.
Was bedeutet Allerseelen?
Allerseelen ist in der katholischen Kirche der Gedenktag aller verstorbenen Gläubigen. Menschen beten für die Verstorbenen, besuchen ihre Gräber und erinnern sich an ihr Leben. Mit dem Tag verbinden sich auch die christliche Hoffnung auf Auferstehung und die Verbundenheit über den Tod hinaus.
Das Erinnern rund um Allerheiligen und Allerseelen ist in Österreich auch für viele Menschen wichtig, die nicht religiös sind. Ein Grablicht, eine Blume oder ein Blick ins Familienalbum kann ausdrücken, dass jemand weiterhin einen Platz im eigenen Leben hat.
Für Familien sind diese Tage manchmal auch eine Gelegenheit, Erinnerungen weiterzugeben. Kinder erfahren beim Friedhofsbesuch, wer ihre Urgroßeltern oder andere Verwandte waren, die sie selbst nicht mehr kennenlernen konnten.
Allerseelen, Allerheiligen und Halloween: Was ist der Unterschied?
Ende Oktober und Anfang November folgen drei unterschiedliche Tage aufeinander:
- Halloween – 31. Oktober: Der Name geht auf die englische Bezeichnung für den Abend vor Allerheiligen zurück. Heute gehören dazu vor allem Verkleidungen, geschnitzte Kürbisse und Kinder, die um Süßigkeiten bitten.
- Allerheiligen – 1. November: Die katholische Kirche feiert alle Heiligen, bekannte ebenso wie unbekannte, die nach ihrem Glauben in Gemeinschaft mit Gott leben.
- Allerseelen – 2. November: An diesem Tag stehen das Gedenken an die Verstorbenen und das Gebet für sie im Mittelpunkt.
Im Familienalltag gehen die Bräuche der beiden Novembertage oft ineinander über. In Österreich finden Friedhofsbesuche und Gräbersegnungen vielerorts bereits zu Allerheiligen statt. Die Termine der örtlichen Pfarre helfen bei der Planung.
Wie ist Allerseelen entstanden?
Menschen haben schon lange vor der Einführung von Allerseelen ihrer Verstorbenen gedacht. Auch das Gebet für Verstorbene gehörte zur christlichen Tradition, bevor dafür ein gemeinsamer Tag im November festgelegt wurde.
Mit dem 2. November als gemeinsamem Gedenktag wird Abt Odilo aus dem französischen Kloster Cluny verbunden. Als Jahr der Einführung wird traditionell 998 genannt. Zunächst galt die Feier für die Klöster unter seiner Leitung, später verbreitete sie sich in weiteren Teilen der westlichen Kirche.
Im Lauf der Zeit verband sich der kirchliche Gedenktag mit regionalen Bräuchen. Heute gehören zu Allerseelen religiöse Rituale ebenso wie Familientraditionen und ganz persönliche Formen der Erinnerung.
Welche Bräuche gehören zu Allerheiligen und Allerseelen?
Den Friedhof besuchen und das Grab pflegen
Zu den vertrautesten Bräuchen gehört der Besuch am Grab eines nahestehenden Menschen. Familien entfernen Laub und verwelkten Grabschmuck, richten die Grabstätte her und bringen frische Blumen mit. Manche bleiben nur kurz, andere verbinden den Besuch mit einem Treffen von Verwandten.
Stimmen Sie die Reinigung auf das Material und den Zustand des Grabsteins ab. Wenn Sie den Stein oder seine Pflege nicht kennen, hilft ein Steinmetzbetrieb weiter. Bei älterem oder beschädigtem Stein sollten Sie auf ungeprüfte Hausmittel verzichten.
Kerzen und Grablichter anzünden
Ein brennendes Licht ist ein Zeichen der Erinnerung. Im christlichen Glauben steht es auch für Hoffnung und ewiges Leben. Für einen Menschen ohne religiöse Bindung kann es ein schlichtes „Ich denke an dich“ ausdrücken.
Eine Kerze können Sie beim Friedhofsbesuch oder beim Erinnern zu Hause anzünden. Dafür gibt es keine vorgeschriebene Uhrzeit. Ein Friedhof mit vielen leuchtenden Grablichtern hat am Abend eine besondere Atmosphäre. Genauso gut können Sie tagsüber in Ruhe vorbeikommen.

Blumen, Kränze und herbstlicher Grabschmuck
Chrysanthemen, Heidekraut, Kränze aus Reisig und herbstliche Gestecke gehören zum vertrauten Bild auf vielen Friedhöfen. Achten Sie bei der Auswahl auf die Größe der Grabstätte, die Witterung und darauf, wie oft Sie sich um die Bepflanzung kümmern können. Nicht jede Blume verträgt die ersten Fröste.
Der Schmuck darf auch schlicht sein: eine einzelne Blume, ein kleiner Kranz oder eine Pflanze, die der verstorbene Mensch besonders mochte. Weitere Anregungen finden Sie in unserem Beitrag über die Auswahl von Trauerblumen und Blumen für das Grab.
Gebete, Gottesdienste und Gräbersegnungen
Für gläubige Menschen gehören Gebete für die Verstorbenen, Messen und Andachten zu diesen Tagen. In vielen Pfarren gibt es zu Allerheiligen oder Allerseelen auch eine Gräbersegnung. Wenn Sie teilnehmen möchten, informieren Sie sich bei Ihrer Pfarre über Ort und Uhrzeit.
Welche älteren Bräuche gibt es in Österreich?
Ein bekannter Brauch ist der Allerheiligenstriezel, ein geflochtenes Gebäck aus Germteig. In manchen Familien schenken Taufpatinnen und Taufpaten ihren Patenkindern zu Allerheiligen einen Striezel. Wie dieser Besuch gestaltet wird und welche Geschenke dazugehören, unterscheidet sich je nach Region und Familie.
Früher wurde solches Gebäck auch an arme Menschen und Waisenkinder verteilt. Das Teilen von Brot oder Gebäck verband die Erinnerung an die Verstorbenen mit der Fürsorge für die Lebenden. Die Bräuche rund um Allerheiligen und Allerseelen waren dabei nie überall gleich.
Bis heute sind vor allem der Friedhofsbesuch, geschmückte Gräber und brennende Grablichter geblieben. Der Striezel kann daneben ein Anlass sein, zusammenzusitzen und Familiengeschichten weiterzuerzählen.
Wann ist ein guter Zeitpunkt für den Friedhofsbesuch?
Sie müssen das Grab nicht genau am 2. November besuchen. In Österreich gehen viele Familien bereits zu Allerheiligen auf den Friedhof. Sie können aber ebenso einen ruhigeren Tag oder einen Termin wählen, an dem die Familie zusammenkommen kann. Wenn Angehörige auf verschiedenen Friedhöfen bestattet sind, lassen sich die Besuche auch auf mehrere Tage verteilen.
- Prüfen Sie die Öffnungszeiten. Maßgeblich sind die aktuellen Angaben der jeweiligen Friedhofsverwaltung, besonders bei einem geplanten Abendbesuch.
- Planen Sie etwas mehr Zeit für den Weg ein. Rund um Allerheiligen kann es bei Zufahrten und Parkplätzen voller werden. Manche Gemeinden passen auch den öffentlichen Verkehr an; prüfen Sie bei Bedarf die örtlichen Informationen.
- Sprechen Sie den Grabschmuck in der Familie ab. So bleibt genug Platz, ohne dass jeder einen großen Kranz mitbringt.
- Stellen Sie Kerzen sicher auf. Wählen Sie einen stabilen, nicht brennbaren Untergrund mit Abstand zu trockenem Reisig, Laub und Dekorationen. Beachten Sie die Hinweise auf der Kerze und die Friedhofsordnung. Lassen Sie offene Flammen nicht unbeaufsichtigt. Eine für draußen geeignete LED-Grabkerze ist eine Alternative ohne offene Flamme.
- Trennen Sie Abfälle nach der Beschilderung vor Ort. Entfernen Sie nach Möglichkeit Kunststoff, Glas und andere Bestandteile aus verwelkten Kränzen und Gestecken.
Es muss nicht alles bei einem einzigen Besuch erledigt werden. Begleiten Sie einen älteren Menschen oder jemanden, für den der Weg anstrengend ist, richten Sie die Dauer und die Pausen nach dessen Möglichkeiten.
Wie können Sie sich erinnern, wenn Sie nicht zum Friedhof kommen?
Eine weite Anreise, Krankheit, Arbeit oder eine fehlende Grabstätte können einen Friedhofsbesuch erschweren. Wenn Sie nicht zum Friedhof kommen, heißt das nicht, dass Sie den verstorbenen Menschen vergessen.
Ein kleiner Erinnerungsplatz lässt sich auch zu Hause gestalten. Ein Foto, eine Blume oder ein persönliches Andenken genügt. Wenn Sie eine Kerze anzünden, halten Sie Abstand zu brennbaren Gegenständen und löschen Sie die Flamme, bevor Sie den Raum verlassen.

Vielleicht möchten Sie ein Familienalbum ansehen, das Lieblingsgericht des verstorbenen Menschen kochen, seine Lieblingsmusik hören oder jemanden anrufen, der ihn gut kannte. Auch heitere Geschichten haben beim gemeinsamen Erinnern ihren Platz.
Wenn diese Tage für Sie besonders schwer sind, dürfen Sie einen Besuch verkürzen, sich begleiten lassen oder eine andere Form des Erinnerns wählen. Weitere Gedanken dazu finden Sie im Beitrag Mit dem Tod eines nahestehenden Menschen umgehen.
Es gibt nicht den einen richtigen Weg, Allerheiligen und Allerseelen zu verbringen. Manche Menschen brauchen Gesellschaft, andere einen stillen Moment für sich. Wählen Sie das, was Ihnen guttut und wofür Sie gerade Kraft haben.



